Das Gosteli-Archiv zur Geschichte der schweizerischen Frauenbewegung muss weiterbestehen!

Seit 1982 archiviert die Gosteli-Stiftung bedeutende Quellen zur Frauengeschichte, massgeblich finanziert durch Marthe Gosteli selber (1917-2017). Das Stiftungsvermögen kann die Finanzierung des Archivs allerdings nur noch kurzfristig sichern. Der Bund prüft nun eine Beteiligung an der Finanzierung des Archivs.

Unterschreibe diese Petition um die Finanzierung des Archives langfristig zu garantieren: https://act.campax.org/petitions/das-gosteli-archiv-zur-geschichte-der-schweizerischen-frauenbewegung-muss-weiterbestehen

Bis heute umfasst das Gosteli-Archiv über 400 Bestände und auch der Frauen*streik 2019 ist dort dokumentiert. Zudem baute die Gosteli-Stiftung eine historische Bibliothek mit grosser Broschürensammlung auf und macht Quellenverzeichnisse digital zugänglich. Damit avancierte das Gosteli-Archiv zum zentralen Dokumentations- und Forschungsort der Schweizer Frauen- und Geschlechtergeschichte. Zahlreiche geschichtswissenschaftliche Dissertationen, Forschung im Bereich der Gender Studies und Biographien über Frauen in der Schweiz basieren auf Quellen der Gosteli-Stiftung. Viele der Bücher haben grosse gesellschaftliche und wissenschaftliche Aufmerksamkeit erhalten. Ebenso arbeiten zahlreiche Studierende der Schweizer Universitäten mit Quellen des Archivs, um ihre Abschlussarbeiten zu verfassen.

Gegenwärtig prüft der Schweizerische Wissenschaftsrat, ob und wie sich der Bund im Rahmen der BFI-Botschaft 2021-24 an der Finanzierung des Archivs beteiligen soll. Der Entscheid liegt anschliessend beim Eidgenössischen Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF).

Als Forscher*innen und Interessierte der Frauen- und Geschlechtergeschichte und der Gender Studies fordern wir den Bund auf, die Finanzierung und Weiterentwicklung des Archivs zur Geschichte der schweizerischen Frauenbewegung sicherzustellen und die Fortführung des Archivs an seinem Standort in Worblaufen zu ermöglichen.

1. Das Archiv, die Bibliothek und die bereitgestellten digitalen Quellenverzeichnisse stellen eine unverzichtbare Grundlage dar, um die Schweizer Frauengeschichte zukünftig zu erforschen. Das Gosteli-Archiv umfasst Bestände, die in staatlichen Archiven nicht greifbar sind. Es bietet damit eine einzigartig und in demokratiepolitischer Hinsicht unabdingbare Grundlage, um die Geschichte der Frauen in der Schweiz aufzuarbeiten.

2. Der Standort des Archivs in Worblaufen soll erhalten bleiben: Er steht symbolisch für den langen Ausschluss der Schweizer Frauen von staatlichen Institutionen. Da die staatlichen Archive sich der Frauengeschichte nicht widmeten, übernahmen Frauen selbst diese Aufgabe. Das Gosteli-Archiv ist damit Zeichen der spezifischen Frauengeschichte der Schweiz. Ein Erhalt von Stiftung und Archiv an ihrem Standort garantiert im Weiteren, dass die wertvollen Archiv- und Bibliothekbestände für die Zukunft umfassend aufbewahrt und für die Forscher*innen jederzeit zugänglich sind. Schliesslich eröffnet die Gosteli-Stiftung mit ihren Räumlichkeiten eine einzigartige Möglichkeit der Vernetzung und des Austauschs von Forscher*innen.

Unterzeichnerinnen:
Dr. Fabienne Amlinger, Interdisziplinäres Zentrum für Geschlechterforschung, Universität Bern
Dr. Francesca Falk, Historisches Institut, Universität Bern
Dr. Sonja Matter, Historisches Institut, Universität Bern
Dr. Pauline Milani, Departement für Zeitgeschichte, Universität Freiburg
Dr. Tanja Rietmann, Interdisziplinäres Zentrum für Geschlechterforschung, Universität Bern

Um die Finanzierung des Archives langfristig zu garantieren, unterschreibt bitte folgende Petition: https://act.campax.org/petitions/das-gosteli-archiv-zur-geschichte-der-schweizerischen-frauenbewegung-muss-weiterbestehen