Für eine feministische Politik – Frauen* an die Urnen!

Frauen*, geht an die Urnen, wählt feministisch! Die Frauen*streik-Koordination Bern ruft dazu auf, bei den Wahlen am 20. Oktober teilzunehmen. Hier findet ihr unseren Wahlaufruf und unsere Forderungen. #wählefeministisch19

Wir Frauen* haben uns dieses Recht hart erkämpft. Erst seit 1971 dürfen wir wählen und abstimmen. Und noch heute bleiben viele ausgeschlossen: Jeder vierte in der Schweiz lebende Mensch hat aufgrund seiner Herkunft kein Wahl- und Stimmrecht. Gleichzeitig gingen bei den letzten Wahlen 2015 nur 46 Prozent der wahlberechtigten Frauen an die Urne, während es bei den Männern immerhin 53 Prozent der Wahlberechtigten waren. Bei den 18- bis 24-Jährigen lag die Wahlbeteiligung bei beiden Geschlechtern sogar nur bei 30 Prozent, während bei den über 75-jährigen 80% der Männer wählten und nur 55% der Frauen.

Umso mehr gilt in diesem Herbst: Die Stimme der Frauen* zählt und muss gehört werden! Wir werden die Arbeit des neuen Parlaments kritisch beobachten und darauf pochen, dass unsere im Bieler Appell vom 10. März 2019 festgehaltenen Forderungen umgesetzt werden. Auch wenn aktuell viele Politiker*innen auf der violetten Welle surfen: Wir lassen uns nicht von halben Sachen oder vagen Versprechungen täuschen!

Unsere Hauptforderungen sind:

NEIN ZUM RENTENALTER 65. Wir fordern das Parlament auf, die AHV 21 abzulehnen und stattdessen ein Rentensystem zu entwickeln, welches ein Altern in Würde ermöglicht.

WENIGER ARBEITEN, BESSER LEBEN. Wir lehnen jede Erhöhung der Arbeitszeiten ab. Wir fordern eine Reduktion der Lohnarbeitszeit ohne Lohnkürzungen, um die bezahlte und unbezahlte Arbeit besser aufzuteilen.

STOPP GEWALT. Die Schweiz hat eine der höchsten Femizidraten Europas und jede 5. Frau* hat schon ungewollte sexuelle Handlungen erlebt. Wir verurteilen jegliche Verharmlosungen. Die Schweiz soll Präventions- und Bekämpfungsstrategien verwirklichen, um jegliche geschlechtsspezifische, FLINT-phobe und sexualisierte Gewalt auszumerzen. Wir fordern, dass die Schweiz die Istanbul-Konvention des Europarats ohne Abstriche umsetzt.

LOHNGLEICHHEIT. Die im Gleichstellungsgesetz enthaltenen Massnahmen sind völlig unzureichend. Um die Lohngleichheit durchzusetzen, braucht es Kontrollen und Sanktionen. Zudem fordern wir einen Mindestlohn sowie Sozialversicherungen, die unbezahlte Care- und Hausarbeit vollumfänglich berücksichtigen.

CARE-ARBEIT. Wir fordern eine Wirtschaftspolitik, die die bezahlte und unbezahlte Care-Arbeit ins Zentrum stellt und diese finanziert. Wir wollen die Anerkennung und gerechte Verteilung der Haus- und Sorgearbeit, ihre ökonomische Aufwertung und Anrechnung und in den Sozialversicherungen. Unter anderem fordern wir einen längeren Mutterschaftsurlaub und eine angemessene Elternzeit. Gleichgeschlechtliche Eltern und Adoptiveltern gehören berücksichtigt.

UNSER LEBEN HAT VORRANG VOR DEM PROFIT. Wir fordern staatlich finanzierte Kinderbetreuung und Langzeitpflege. Zudem wollen wir Barrierefreiheit und Assistenz, damit Frauen* mit Beeinträchtigung ein selbstbestimmtes Leben führen können.

SOLIDARITÄT MIT MIGRANTINNEN*. Wir wollen Massnahmen zum Schutz von Migrantinnen* und Migranten*, die in ihren Herkunftsländern, auf ihrem Migrationsweg oder in der Schweiz psychische oder physische und sexualisierte Gewalt erlebt haben und erleben. Wir fordern für sie ein Bleiberecht.

#wählefeministisch19