Medienmitteilungen

Hier findest du die Medienmitteilungen der Frauen*streik-Koordination Bern.

Frauen*streik 2019: Schlussbilanz: 100’000 Menschen Demos und Aktionen in Bern – 70’000 an Abschlussdemo und -kundgebung

15. JUNI 2019

WIR SIND ÜBERWÄLTIGT!

Rund 70’000 Menschen haben am Freitag, 14. Juni, an unserer Kundgebung in Bern teilgenommen. Bundesplatz, Bärenplatz und die umliegenden Gassen waren pumpenvoll.

Unser Demozug durch die Berner Altstadt erstreckte sich über eine Länge von 2,5 km. Die letzten Teilnehmenden gingen los, als die ersten zurück auf dem Bundesplatz waren!

Ab den frühen Morgenstunden bis spät in die Nacht fanden verschiedene weitere Streikaktionen statt, an welchen zusätzlich ca. 30’000 Menschen teilnahmen. Alleine im Raum Bern! Die von den Gewerkschaften organisierten Streikaktionen sind hier nicht mitgerechnet!

WIR HABEN GESCHICHTE GESCHRIEBEN.

DANK EUCH!!!!!!!!!

> Fotos und Texte vom heutigen Berner Frauen*streik-Tag

Frauen*streik 2019: Neue Zahlen: In Bern demonstrierten 50’000 Frauen* Berner Frauen*streik-Tag mit fast 70’000 Teilnehmer*Innen

14. JUNI 2019, 21.50 Uhr

Autorin und Slam-Poetin Sandra Künzi, moderierte das Bühnenprogramm des Frauen*streiks Bern auf dem Bundesplatz (Foto: Paola Ferro Mäder).

Frauenstreik 2019
Neue Zahlen: In Bern demonstrierten 50’000 Frauen*
Berner Frauenstreik-Tag mit fast 70’000 TeilnehmerInnen

Am Frauenstreik in Bern haben an der Abschluss-Demonstration am frühen Freitagabend rund 50’000 Frauen (und solidarische Männer) teilgenommen. Zweieinhalb Stunden lang zogen die Demonstrierenden für gleiche Löhne, für gleiche Rechte, für mehr Respekt und gegen Gewalt gegen Frauen* und Mädchen durch die Bundesstadt.

Als die Spitze des Demonstrationszuges den Bundesplatz wieder erreichte, verliess das Ende des Zuges erst den Platz. Der bunte und laute Demozug durch die Berner Altstadt war 2,5 Kilometer lang. Insgesamt nahmen in Bern am Frauenstreik-Tag rund 67’000 Frauen und Männer an Aktionen, Veranstaltungen und Demonstrationen teil.

Der Frauenstreik war bereits am frühen Morgen gestartet mit der Aktion Plugging the City: Mit Sprühkreide aufgemalte Parolen und Zeichnungen riefen zum Streik auf, Banner tauchten an Brücken, Geländern und Fassaden auf, und zum Beispiel statt der Gerechtigkeitsgasse fand frau sich in der Frauenstreikgasse wieder.

Überall in Bern fanden weitere zahlreiche Streikaktionen in Betrieben sowie Aktionen, Demonstrationen und Veranstaltungen im öffentlichen Raum statt. Bis 16 Uhr beteiligten sich 17’000 Frauen* (ohne betriebliche Aktionen) daran, wie Aktivisten der Frauen*Streik-Koordination zusammenzählten. Nur schon an einer kämpferischen Kinderwagen-Demonstration vom Bärengraben zum Bundesplatz beteiligten sich 5000 Frauen.

Schon um 16 Uhr waren Bundesplatz und die angrenzenden Gassen und Plätze überfüllt, als der 150-köpfige FrauenStreik-Chor auf der Bühne in der „L’hymne des femmes“ die streikwilligen Frauen aufforderte „Ecrivons notre histoire, construisons nos espoirs. Debout! Debout!”. Vor der Abschluss-Demo verlasen Aktivistinnen der Frauenstreik-Koordination unter dem Jubel der Frauen* auf dem Bundesplatz das Manifest, das die nationale Frauen*streik-Bewegung am 8. März in Biel verabschiedet hatte.

„Schluss mit dem täglichen Verfassungsbruch auf Kosten der Frauen; Schluss mit dem Schneckentempo, wenn es um Frauenrechte geht“, forderte Unia-Präsidentin Vania Alleva in ihrer Rede nach der Demo. Es brauche Lohngleichheit, zahlbare Kinderbetreuung, Chancengleichheit. Jetzt, verlangte sie. Sibylle Stillhart von der Berner Frauen*streik-Koordination forderte in ihrer Rede „Respekt“ sowie „Zeit und Geld für unsere Arbeit“. „Wir weigern uns dankbar zu sein“, sagte sie.

Alle Texte der Reden, die am Frauen*streik auf der Bühne/Bundesplatz gehalten wurden, hier zum Download:

Bilder in hoher Auflösung sowie kurze Texte zu den Aktionen und Veranstaltungen zum Downloaden findet ihr auf:

Bildmaterial

und:

Downloadcenter Bildmaterial

Es wird noch neues Material aufgeschaltet, auch in den kommenden Tagen. .

Für weitere Informationen zu Bern steht seit 8.00 Uhr das Medientelefon zur Verfügung: 079 904 88 94

Einen Überblick über die Schweiz erhaltet ihr auf der Website zum Frauen*streik des SGB. Dort informiert der Schweizerische Gewerkschaftsbund regelmässig: https://www.14juni.ch/

Es grüsst solidarisch

Die Frauen*streik-Koordination Bern

PS. Das Foto von der Kundgebung in Bern wurde von Paola Ferro Mäder geschossen und zeigt die Moderatorin der Kundgebung, Sandra Künzi, vor dem überfüllten Bundesplatz.


Frauen*streik 2019: Bereits bis Mittag weit über 10’000 streikende Frauen* in Bern

14. JUNI 2019, 12.30 Uhr

Liebe Medienschaffende!

Die Bundesstadt ist in Frauen*hand: Bis Mittag haben die Organisatorinnen* der Frauen*streik-Koordination in Bern weit über 10’000 streikende Frauen* gezählt. 

Allein an der Kinderwagen-Demonstration am Morgen nahmen rund 5000 Frauen teil. Und an der Streik-Pause um 11.00 Uhr auf dem Bundesplatz beteiligten sich 4000 Frauen. 

In der ganzen Stadt sind Frauen* (und mit dem Streik solidarische Männer) unterwegs und machen mit zahlreichen Aktionen und Veranstaltungen auf ihre Forderungen aufmerksam.  Bilder in hoher Auflösung zum Downloaden findet ihr auf:
www.frauen-streiken.ch/bildmaterial
www.frauen-streiken.ch/medien/bildmaterial/downloadcenter-bildmaterial

Es wird laufend neues Material aufgeschaltet (Fotos und Videos). 

Dort findet ihr auch kurze Texte zu den jeweiligen Aktionen. Das aktualisierte Programm zu Stadt und Kanton Bern und auch zur Stadt Solothurn findet ihr auf:
https://frauen-streiken.ch

Am Abend (spätestens um 19.30 Uhr) werden wir euch eine Bilanz des Frauen*streiks in Bern zusenden.

Für weitere Informationen zu Bern steht seit 8.00 Uhr das Medientelefon zur Verfügung: 079 904 88 94

Einen Überblick über die Schweiz erhaltet ihr auf der Website zum Frauen*streik des SGB. Dort informiert der Schweizerische Gewerkschaftsbund regelmässig: https://www.14juni.ch/

Es grüsst Die Frauen*streik-Koordination Bern


Stopp Femizide: Jedes Jahr werden in der Schweiz 25 Frauen getötet

25. MAI 2019

Frauen sterben, weil sie Frauen sind – Frauenstreik-Koordination fordert mehr Schutz für Frauen

Die Fälle Marie oder Lucie: Die Grausamkeit dieser Morde rüttelte die Schweiz auf – und fachte die Diskussion über die Gewalt gegen Frauen* und Mädchen kurz an. Doch in den vergangenen zehn Jahren wurden im Durchschnitt jährlich 25 Frauen* und Mädchen Opfer eines Femizids, weitere 52 eines Tötungsversuchs. Allein 2018 wurden 28 Frauen* und Mädchen getötet, 24 davon im Kontext von häuslicher Gewalt.[1] „Hinter jeder sogenannten Familientragödien stehen in Wahrheit männliche Besitzansprüche, verletzte Ehrvorstellungen und ähnliches“, sagt Simone Eggler[2] vom Netzwerk Istanbul Konvention und Terre des femmes. „Frauen erleben Gewalt, weil sie Frauen sind.“ Die Frauen*streik-Koordination Bern hat am Samstagmorgen in Bern auf Femizide – die grausamste Folge der Ungleichheit der Geschlechter – aufmerksam gemacht.

So gab es gemäss Bundesamt für Statistik (Kriminalitätsstatistik) 2015 in der Schweiz 30 Femizide und 44 Tötungsversuche an Frauen und Mädchen, 2016 waren es 25 Femizide und 56 Tötungsversuche, 2017 starben 20 Frauen und Mädchen, die Zahl der Tötungsversuche erreichte die hohe Zahl von 61.[3] 

Hinter jeder Zahl steht eine Frau oder ein Mädchen. „Eine Gesellschaft ohne Gewalt an Frauen schaffen wir nur mit der Gleichstellung der Geschlechter – und die Gleichstellung der Geschlechter erreichen wir nur mit dem Ende der Gewalt gegen Frauen“, sagt Simone Eggler.

Doch davon ist unsere Gesellschaft weit entfernt. Allein bei der häuslichen Gewalt registrierten die Schweizer Polizeikorps im vergangenen Jahr 7576 Frauen und Mädchen gegen die eine Straftat im Sinne des Gesetzes begangen worden war.  Auf der Täterseite waren die Verhältnisse umgekehrt: 7649 Männer erfasst die Statistik als Täter. 

Auch ausserhalb des häuslichen Umfelds sind Frauen Gewalt ausgesetzt, wie diese Woche die von gfs.bern[4] im Auftrag von Amnesty International publizierte Studie zur sexuellen Gewalt zeigte. Demnach erlitten 12 Prozent aller für die Studie befragten Frauen bereits eine Vergewaltigung. Von Gewalt betroffene Frauen brauchen Schutz. Schutz bieten die Frauenhäuser und das einzige Mädchenhaus in der Schweiz.

Überbelegte und unterfinanzierte Frauenhäuser

Doch zum Beispiel die drei Frauenhäuser im Kanton Bern, die insgesamt 19 Frauen und 22 Kindern Platz bieten, sind ständig voll belegt, wie Angela Falk[5], Fachberaterin bei der Stiftung gegen Gewalt an Frauen und Kindern, erklärt. „Allein das Frauenhaus Thun Berner Oberland++ musste vergangenes Jahr 44 Frauen++ abweisen“, sagt Angela Falk, „allerdings liegt es in der Verantwortung der Frauenhäuser, einen anderen Platz für die Abgewiesenen zu organisieren. Wenn Frau und Kind jetzt Schutz benötigen, muss dieser sichergestellt sein. Entweder werden die Frauen und Kinder dann ausserkantonal untergebracht oder bei weiteren Institutionen, mit denen die Frauenhäuser zusammenarbeiten.“

Im Kanton Bern ist erst diesem Jahr die Notrufnummer der Frauenhäuser rund um die Uhr erreichbar – und dies nur dank Spendengeldern, nicht etwa dank Geldern des Kantons. Dabei rufen auch staatliche Stellen, wie die KESB oder die Polizei, die Frauenhäuser über die Hotline an.

Die Frauen*streik-Koordination fordert, dass der Kanton den Betrieb der Hotline umgehend finanziert. Der Kanton Bern zahlt nur die sogenannten Kernleistungen. Für den Rest müssen die Frauenhäuser Spenden auftreiben. Angesichts des Ausmass’ an Gewalt braucht es überdies dringend einen Ausbau des Platzangebots in den Frauenhäusern, sowie weitere Mädchenhäuser.  

Istanbul-Konvention umsetzen statt Kanonen kaufen bringt Mehrwert

Dies gebietet auch die Istanbul-Konvention des Europarats, die seit 1. April 2018 in der Schweiz in Kraft ist, und die Bund und Kantone zum Schutz von Frauen* und Mädchen gegenüber Gewalt und Diskriminierung verpflichtet. Und dies bedeutet auch, dass die Kantone die Gelder zur Verfügung stellen, die es braucht, um der Gewalt ein Ende zu bereiten.

Wir Frauen* und Mädchen brauchen keine Kanonen oder Kampfflieger, die Milliarden kosten, sondern Prävention, Schutz, Unterstützung und Strafverfolgung, wie sie die Istanbul Konvention verlangt.

Und: Gleichstellung! Das Patriarchat hat ausgedient. Jetzt ist Gleichstellung angesagt.

Es wird am falschen Ort Geld verpulvert und am falschen Ort gespart, ihre Herren!*

Wir wollen KEINE TOTEN FRAUEN! STOPP GEWALT! STOPP FEMIZIDE!

Frauenstreik*-Koordination Bern

Auskünfte: Simone Eggler, TERRE DES FEMMES Schweiz, Tel. 079 741 53 48

* Übrigens: weniger Gewalt = weniger Kosten (weniger Sicherheits-, Gesundheits-, Sozialhilfekosten etc.)    

++Berichtigung: Die Zahlen gelten nur für das Frauenhaus Thun Berner Oberland nicht für den ganzen Kanton Bern. Damit liegen die Zahlen für den ganzen Kanton Bern noch höher.


Links:

Weitere Fotos

TERRE DES FEMMES SCHWEIZ

Netzwerk Istanbul Konvention

Stiftung gegen Gewalt an Frauen und Kindern


[1] BFS: Polizeiliche Kriminalstatistik 2018: Tabelle: „Tötungsdelikt: Aufklärung und Vorjahresvergleich (vollendet und versucht) nach Tatmittel, Beschuldigte und Geschädigte“; abrufbar unter: https://www.bfs.admin.ch/bfs/de/home/statistiken/kriminalitaet-strafrecht.assetdetail.7806448.html

[2] Interview mit Simone Eggler (TERRE DES FEMMES SCHWEIZ):

[3] BFS: Polizeiliche Kriminalstatistik 2018: Tabelle: „Häusliche Gewalt: Geschädigte von vollendeten Tötungsdelikten nach Beziehung, Geschlecht und Alter“; abrufbar unter: https://www.bfs.admin.ch/bfs/de/home/statistiken/kriminalitaet-strafrecht.assetdetail.7806383.html

[4]Gfs.bern: „Sexuelle Belästigung und sexuelle Gewalt an Frauen sind in der Schweiz verbreitet“; abrufbar unter: https://www.gfsbern.ch/de-ch/Detail/sexuelle-belaestigung-und-sexuelle-gewalt-an-frauen-sind-in-der-schweiz-verbreitet

[4] Interview mit Angela Falk (Stiftung gegen Gewalt an Frauen und Kindern):


Medienkonferenz: Noch 1 Monat bis zum Frauen*streik!

14. MAI 2019

An der heutigen Medienkonferenz der Gewerkschaften Unia und VPOD stellten Vertreterinnen beider Gewerkschaften und des Berner Streikkollektivs ihre Aktivitäten in Bern vor und Frauen haben über ihre persönlichen Gründe zu streiken berichtet.

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Medienmitteilung Frauenstreik: Die Berner Frauen* sind bereit!

23. APRIL 2019

Wenn Frau* will, geht viel: Frauen* in Stadt und Kanton Bern haben bereits vor dem Frauenstreik am 14. Juni eine Reihe von Veranstaltungen auf die Beine gestellt: So ein Bäuerinnen- und Landfrauen-Zmorge, Bars, DJ-Trainings, Film- und Diskussionsabende oder Workshops. Ferner erarbeitet eine Gruppe Unterrichtsmaterial zur Gleichberechtigung und zum Frauenstreik. Erst am 14. Juni 2019 soll das Motto von 1991 gelten: Wenn Frau* will, steht alles still.

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