NEIN zur „Gesichtsverhüllungs-“ oder „Anti-Burqa“ – Initiative!

Argumente gegen die Initiative

Die Initiative stärkt die Gleichstellung der Geschlechter nicht. Im Gegenteil, sie behindert die Fortschritte der feministischen Bewegung. Eine sexistische, rassistische, paternalistische und zutiefst anti-feministische Initiative

  • Das Vorurteil, wonach muslimische Frauen, und insbesondere Nikabträger*innen, unterdrückt und in ihrer Wahlfreiheit eingeschränkt würden, ist stark verankert. Es ist sexistisch und rassistisch zugleich, wird aber von einem Teil der Politiker*innen aufgenommen und instrumentalisiert, um von aufkommenden Emotionen zu profitieren und an Sichtbarkeit zu gewinnen.
  • Eine solche Interpretation des Nikabs ist nur möglich, wenn über die Köpfe von muslimischen Frauen hinweggesprochen wird und ihre Denk-und Handlungsfähigkeit verneint wird. Ihnen wird die demokratische Teilhabe abgesprochen.
  • Diese Frauen als unterdrückt und als zu ‘etwas gezwungen worden’ zu betrachten, bedeutet ihnen den Status eines politischen Subjekts abzusprechen. Sie werden damit zu Objekten des politischen Diskurses reduziert.Beides können wir in der Initiative und in der dazugehörigen Debatte beobachten.
  • Wer dieses Vorurteil akzeptiert und es benutzt, tendiert dazu die Situation der Frauen in der Schweiz im Vergleich zu idealisieren, auch wenn diese jeden Tag Lohnungleichheit, Feminiziden und anderen Formen der Unterdrückung ausgesetzt sind. Die Feministinnen in der Schweiz fordern reale Antworten auf ihre Kämpfe.
  • Der Vorwand der «Befreiung der Frauen» wurde bereits früher als Rechtfertigung einer politischen Agenda missbraucht (z.B. als die USA die militärische Intervention in Afghanistan moralisch als Befreiung von Burkaträger*innen zu rechtfertigen versuchte). Frauen und die Kleidung von Frauen dürfen nicht als Rechtfertigung für politische und strategische Ziele missbraucht werden.

Auszug aus: Zusammenfassung: Argumentarium der Foulards Violets für die Abstimmung vom 7. März 2021 über die Initiative «für ein Verhüllungsverbot»