Wir fordern 10 Sitze im Krisenstab des Bundes!

Aufgrund der breiten Unterstützung des Appells von 42 Frauenorganisationen fordern die unterzeichnenden Gruppen 10 Sitze im aktuellen Krisenstab des Bundes:
Es braucht dringend Gesundheitspersonal, Hebammen, Kinderbetreuerinnen, Mütter,
Sozialarbeiterinnen, Lehrerinnen, Migrantinnen, Reinigungspersonal, Hausfrauen und
Beschäftigte aus dem Detailhandel und der Gastronomie im Krisenstab des Bundes.

Plötzlich waren wir wichtig – sogar „systemrelevant“. Die Coronakrise hat allen vor Augen geführt, wie wichtig die von Frauen geleistete Arbeit für das Funktionieren unserer Wirtschaft ist: 69 Prozent des gesamten Arbeitsvolumens in der Schweiz wird im Sorge- und Versorgungssektor geleistet, Frauen leisten über 60 Prozent dieser Arbeit.

Wir Frauen verfügen über eine enorme Erfahrung und Expertise in den Bereichen, die zur Bewältigung dieser Krise zentral sind und trotzdem werden wir weder als Expertinnen noch als Betroffene ernst genommen. Männer managen die Krise an uns vorbei. Damit ist jetzt Schluss!

Der aktuelle Krisenstab des Bundes repräsentiert weder unsere Arbeit, noch unsere legitimen Forderungen und Anliegen, noch sind wir selbst angemessen vertreten. Von 14 Personen im Krisenstab sind lediglich 2 Frauen. Das ist Ausdruck der extrem ungleichen Verteilung von Macht und politischer Repräsentation zwischen den Geschlechtern. Die einen haben Macht, Geld und Entscheidungsgewalt, die anderen machen den Grossteil der Arbeit. Doch uns reicht es!

Wir wollen mitreden, mitbestimmen und mitentscheiden. Unsere Arbeit trägt die Gesellschaft, wir sind Expertinnen für unsere Arbeit, unser Leben und unsere Sicherheit. Für die Bewältigung der Krise und darüber hinaus braucht es uns.
Denn ohne uns geht nichts!